# 20 Jahre Ford Ka: von Goldbären, Knutschkugeln und Liebesboten 

- **Rubrik:** economy

Köln (ots) -

 - "Sub B": Mit seiner Markteinführung 1996 schafft der Ford Ka 
 gleich ein neues Marktsegment

 - Das "New Edge-Design": Rundungen, Schwünge, Kanten und Winkel

 - 1998/199: HA Schult und Luigi Colani - zwei Künstler nehmen sich
 des Ka an

 - 2002: Rund 65 Prozent der Ka-Käufer sind Neukunden

 - 2003: Der Streetka und der Sportka erweitern die Baureihe

 - 2008: Vorhang auf zum zweiten Akt: die nächste Ka-Generation 
 präsentiert sich im "Kinetic Design" - Markteinführung 2009

 - 2015: limitierte Editionsmodelle "Black & White" und "Red & 
 Black"

 - Mai 2016: Die Ka-Produktion läuft aus

 - Seit Markteinführung wurden 1,9 Millionen Ka an Kunden in Europa
 ausgeliefert

 Als der Ford Ka 1996, also vor 20 Jahren, auf den Markt kommt, ist
er eine kleine Sensation: Er begründet nicht nur eine neue, eigene 
Klasse - das "Sub B"-Segment -, sondern ist mit seinem "New 
Edge-Design" auch optisch etwas völlig Neues. Die einen sind 
begeistert von der "Knutschkugel", die anderen verwenden eher weniger
nette Worte für die Rundungen, Schwünge, Kanten und Winkel, die das 
"New Edge Design" auszeichnen. Die zweite Generation dieses 
Kleinwagens, produziert im polnischen Fiat-Werk Tichy, kommt 2009 auf
den Markt - im "Kinetic Design". Im Mai 2016 schließlich wird die 
Produktion der Ka-Baureihe eingestellt, das Gemeinschaftsprojekt mit 
Fiat ist planmäßig beendet. Der Ford ist seinen Weg gegangen und dies
recht erfolgreich: In den zwei Jahrzehnten seit Markteinführung 
wurden 1,9 Millionen Ka an Kunden in Europa ausgeliefert. Mit dem 
KA+, der im Juni 2016 den europäischen Medien statisch vorgestellt 
wurde, läutet Ford eine neue Ära im Kleinwagen-Segment ein: Denn der 
KA+ übernimmt vom Ka zwar den Namen, hat aber ansonsten, wenn 
überhaupt, mehr mit dem Fiesta gemeinsam als mit seinem eigentlichen 
Namensvetter.

 Nachfolgend einige wichtige Stationen aus zwei Jahrzehnten Bauzeit
Ford Ka.

 1996: Der Ford Ka schafft ein neues Markt-Segment 

 Gegen Ende des Jahres 1996 dreht Ford am großen Rad und steckt 
einen neuen Claim ab: "Sub-B". Autos, die in diesem Segment zu Hause 
sind, firmieren heute als "Kleinstwagen", "City- oder Micro Cars". 
Ford ist der erste deutsche Automobilhersteller, der so ein Fahrzeug 
im Angebot hat: Im Gesamtformat noch unterhalb des 
Kleinwagen-Bestsellers Fiesta angesiedelt, präsentiert sich der 
knuffige, 3,62 Meter lange Dreitürer in einem ansprechenden Design, 
attraktiver Innenraumgestaltung, vier vollwertigen Sitzen, hohen 
Sicherheitsreserven und der Ford-typischen Wirtschaftlichkeit - 
kurzum: als ein Fahrzeug, das in jeder Hinsicht Ansprüche erfüllt, 
die Kunden an moderne Sub-Kompakt-Autos stellen.

 Das "New Edge-Design": Rundungen, Schwünge, Kanten und Winkel 

 Den Auftritt der ersten Ka-Generation prägt eine markante 
Kombination aus rundlich geschwungenen Flächen, Kanten und Winkeln. 
"New Edge-Design" nennt Ford diese unverwechselbare, eigenständige 
Formensprache. Der mit 2,45 Meter ungewöhnlich lange Radstand 
unterstreicht nicht nur die dynamische Optik, sondern trägt auch 
entscheidend zum großzügigen Platzangebot bei. Die Ausstattung stimmt
ebenfalls: Bereits die Einstiegsversion bietet Seriendetails wie 
neigungsverstellbare Sitze, eine geteilt umlegbare Rücksitzlehne, ein
Stereo-Radio-Kassettengerät, getönte Scheiben, eine elektronische 
Wegfahrsperre und in der 60-PS-Version auch eine Servolenkung.

 Klein. Aber sicher. 

 Maßstäbe setzt der Ka auch in der Sicherheit. Crashtests, die sich
an den Anforderungen der für 1998 geplanten europäischen Normen ECE 
98 orientieren, absolviert er mit Bestnoten. Die Basis dafür bildet 
ein integrierter Verbund mit Sicherheitskarosserie, 
Seitenaufprallschutz, Fahrer-Airbag, Gurtstoppern und 
Anti-Dive-Sicherheitssitzen. Ein Beifahrer-Airbag ist auf Wunsch 
erhältlich, ein Vierkanal-ABS-Bremssystem folgt im Frühjahr 1997. 
Damit der "Kurze" auch kurze Bremswege auf den Asphalt legen kann, 
verfügt er über ein diagonales Zweikreis-Bremssystem mit 
Bremskraftverstärker sowie 240-Millimeter-Scheibenbremsen an der 
Vorderachse.

 Zum Marktstart zwei Benziner: mit 50 und mit 60 PS 

 Die Antriebs-Auswahl beschränkt sich zum Marktstart auf zwei 
1,3-Liter-Benzinervarianten. Die Basis-Ausführung mobilisiert 37 kW 
(50 PS), die stärkere Version 44 kW (60 PS). Beide Triebwerke sind 
potent genug, um den Ka flott voranzubringen, zumal sie mit 97 
beziehungsweise mit 105 Nm das höchste Drehmoment ihrer 
Leistungsklasse entwickeln. So beschleunigt die 50 PS-Version in 17,7
Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 147
km/h; in der stärkeren Ausführung verkürzt sich die Sprintzeit auf 
15,4 Sekunden, während das Reisetempo auf bis zu 155 km/h ansteigt.

 Seine Wirtschaftlichkeit demonstriert der innovative Neuling nicht
zuletzt mit manierlichen Trinksitten. Nach dem damaligen europäischen
Messzyklus "EEC 116" verbraucht der Basismotor 5,9 Liter, die 
stärkere Ausführung 6,7 Liter unverbleites Superbenzin pro 100 
Kilometer. Dank Drei-Wege-Katalysator erfüllt der Ka außerdem die 
Vorgaben der ab 1. Januar 1997 geltenden europäischen Abgasnorm Euro 
2. Eine rundum saubere Sache also.

 "Just-in-Time"-Produktion im Werk Valencia 

 Bei der Fertigung des Ka im spanischen Werk Valencia setzt Ford 
erstmals auf eine neue Art der Zusammenarbeit mit den Zulieferern. 
Die sind nämlich in einem Industriepark in unmittelbarer 
Nachbarschaft zum Werksgelände angesiedelt und fertigen Komponenten 
sowie ganze Baugruppen in Modulbauweise. Über drei große 
Schwebeförderanlagen treffen diese - "just-in-time" - exakt zum 
geplanten Einbauzeitpunkt an den Montagebändern ein.

 Marktstart mit vergoldetem Lenkrad 

 Das nennt man wohl einen Traumstart. Am Tag seines offiziellen 
Marktdebüts, dem 7. November 1996, zeichnet die "Bild am Sonntag" den
Debütanten mit dem "Goldenen Lenkrad" aus - einem der begehrtesten 
Automobilpreise in Deutschland. Zuvor hatte eine unabhängige Jury 
Styling und Bedienung, Motorleistung und Fahrverhalten, Platzangebot,
Komfort und Innenraum-Gestaltung sowie Verbrauch/Umwelt und 
schließlich die Preiswürdigkeit bewertet. Der Ka entscheidet sieben 
Einzelwertungen für sich, katapultiert sich damit an die Spitze 
seiner Klasse - und setzt eine schöne Tradition fort: Nach Fiesta, 
Escort und Scorpio ist er bereits die vierte Ford-Baureihe, deren 
Lenkrad "vergoldet" wird.

 Kaum auf der Straße - und schon Klassenprimus 

 Auch in Sachen Verkauf läuft es von Beginn an gut für den Ka. Mit 
über 9.400 Zulassungen in den Monaten November und Dezember belegt er
noch im Jahr seines Marktdebüts gleich die Spitze des deutschen 
Sub-B-Segments - und in der Gesamt-Statistik für Pkw-Neuzulassungen 
in Deutschland erreicht er damit Platz 16.

 Tests und Presse-Echos: Fahrt "über den Laufsteg" 

 Augenfällig - das ist der neue Ka bei seinem Erscheinen allemal: 
Für die auto motor sport ist das New Edge Design eine "Mischung aus 
geraden Linien und schwungvollen Kurven", die eine Aufmerksamkeit 
erziele, "die in der Vergangenheit nur wenigen Neuerscheinungen 
zuteil wurde." Eine Fahrt durch die Stadt gleiche "einem Gang über 
den Laufsteg." Nutzwert und Funktionalität kämen deswegen aber nicht 
zu kurz. Im Laderaum ließen sich "zwei Wasserkisten trotzdem locker 
verstauen", das Platzangebot sei "ausreichend", die Kopffreiheit 
sogar "erstaunlich großzügig". Selbst ein Aufenthalt auf der Rückbank
des Viersitzers provoziere "keine klaustrophobischen Ängste".

 An die Fahrdynamik, so das Stuttgarter Fachmagazin weiter, dürften
hohe Erwartungen gestellt werden, denn Kurven durcheile der Ka "mit 
nahezu neutralem Fahrverhalten" und bereite dabei "mehr Vergnügen als
manch sportlich ambitioniertes Auto".

 In einem Vergleichstest macht der Ka ebenfalls "die beste Figur 
beim Fahrverhalten", der "mit fast neutralem Eigenlenkverhalten und 
ohne Aufschaukelneigung Biegungen aller Art durcheilt". Selbst großen
Reisen stehe nichts im Weg. "Die Federung arbeitet für ein Auto 
dieser Größenordnung bemerkenswert wirksam".

 1997: Kleines Auto, großer Abräumer 

 Mit pfiffigen Sondermodellen führt der Ka im ersten vollen 
Verkaufsjahr seine Offensive auf die Herzen der Käufer fort. Nach den
Bestsellern "First Edition", "Ka Kool" und "Ka 1" setzt er in der 
limitierten "Edition Lufthansa" gar zum Überflug an: mit hellgrauen, 
gelb eingefassten Ledersitzen im Design der Airline, mit 
Leder-Elementen in den Türen, einem Lederlenkrad und einem 
lederbezogenen Schaltknauf. Sechs-Speichen-Leichtmetallräder und ein 
spezieller Schriftzug runden das Business-Class-Feeling ab. Der 
Preis: 23.500 D-Mark.

 Mehrfacher Preisträger 

 Nach den ersten zwölf Monaten auf dem Markt kann der Ka an 
zählbaren Erfolgen nicht nur exzellente Verkaufsergebnisse vorweisen 
- er nennt auch bereits eine stattliche Trophäen-Sammlung sein eigen.
Nach dem "Goldenen Lenkrad" erhält er auch die "Auto Trophy" der Auto
Zeitung, die Leser von auto motor sport küren ihn zum "Besten Auto 
1997" in der Kategorie Minicars und das Fuhrparkmagazin Autoflotte 
zum "Besten Flottenauto der Kleinwagenklasse".

 Eine Jury aus Designern und Journalisten zeichnet den Ka außerdem 
im Rahmen des Wettbewerbs "Designpreis des Landes 
Nordrhein-Westfalen" mit dem "Ehrenpreis Produktdesign" aus, während 
der Verkehrsclub Deutschland den Ka mit einer Position in den Top 
Five seiner ökologisch orientierten Auto-/Umweltliste belohnt.

 Sogar im Revier der schier endlosen Highways gibt es für den 
pfiffigen Kleinwagen etwas zu gewinnen: In den USA darf sich der Ka 
nämlich den "Automotive Award of Design 1997" abholen und sich zudem 
auf dem südlichen Teil des amerikanischen Kontinents von den 
Motorjournalisten Brasiliens zum "Auto des Jahres" ausrufen lassen.

 1998/1999: HA Schult und Luigi Colani - zwei Künstler und der Ka 

 Es ist schon beachtlich, mit welchem Tempo sich der Begründer des 
"Sub-B"- oder "Microcar"-Segments zum Kultmobil entwickelt So ist es
nur eine Frage der Zeit, bis der Ka in den Händen des Kölner 
Aktionskünstlers HA Schult auch zum Kunstobjekt wird. Sein größerer 
Bruder, der Ford Fiesta, hat das ja bereits geschafft. Als "Goldener 
Vogel" auf dem Turm des Kölner Stadtmuseums ist er bereits ein 
Wahrzeichen der Stadt.

 Schult nimmt sich also auch des Ka an und lasst ihm eine Würdigung
besonderer Art angedeihen, indem er eine exklusive, auf 50 Exemplare 
limitierte Sonderserie gestaltet. Auf der Motorhaube ist eine 
Abbildung der eigenen, Schult´schen Weltkugel zu sehen, deren 
Original als weithin sichtbare Installation aus bunten Neonleuchten 
zunächst die Kölner Severinsbrücke ziert und inzwischen auf dem Dach 
eines Versicherungskonzerns thront. Auf der Fahrerseite des von HA 
Schult veredelten Ka prangt jeweils ein Kölner Altstadt-Panorama mit 
Rhein und Dom.

 Eine ebenfalls auf 50 Exemplare limitierte, handsignierte und 
gerahmte Grafik des Künstlers ist im damaligen Kaufpreis von 25.700 
D-Mark enthalten.

 Apropos Künstler: Auf der Essen Motor Show im November 1998 
präsentiert Ford einen vom deutschen Design-Papst Luigi Colani 
aerodynamisch optimierten Ford Ka. Der Kölner Ford-Händler R&S Mobile
baut diese "Colani"-Ka entsprechend den Ideen des Meisters um und 
verkauft sie in einer Kleinserie von 200 Stück. Ehrensache, dass das 
erste dieser nummerierten Fahrzeuge an Colani persönlich geht.

 Erdgas kann der Ka auch 

 Erdverbundenheit im wahrsten Sinn des Wortes demonstriert der Ka 
im Mai 1998 auf dem "Internationalen Kongress und Ausstellung für 
Erdgasfahrzeuge" in Köln, wo eine entsprechende CNG-Variante Premiere
feiert. Dank einer zusätzlichen 80-Liter-Gasdruckflasche kann der 60 
PS-Ka nicht nur sauberer, sondern auch weiter fahren: Zum 
Aktionsradius im Benzinbetrieb summieren sich rund 240 Kilometer 
"Extra-Reichweite" im Erdgasbetrieb. Insbesondere in der Stadt, dem 
bevorzugten Soziotop des Ka, wirkt sich diese Antriebsform 
umweltschonend aus: Denn die zu "Sommersmog" und hohen Ozonwerten 
be…

Original: http://www.presseportal.de/pm/6955/3385025

---
Quelle: https://madeingermany.shop/de/news/20-jahre-ford-ka-von-goldbaeren-knutschkugeln-und-liebesboten
