# AUTO BILD / Wissenschaftlich erwiesen: Unsere Autos sind aggressiv 

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Hamburg (ots) -

 Design-Professor Paolo Tumminelli analysiert in AUTO BILD sieben 
Merkmale, die aggressives Front-Design ausmachen / Darunter: Größe, 
Pfeilsymbolik und Panzer-Karosserie

 Zusammengekniffene Augen, riesige Mäuler, Fenster wie 
Schießscharten: Das Design aktueller Autos wirkt bedrohlich. Hinter 
der aggressiven Formensprache steckt Prinzip, denn bei den Kunden 
scheint das Spiel mit den Muskeln gut anzukommen. Doch wie erreichen 
die Hersteller das bedrohliche Aussehen moderner Automodelle? AUTO 
BILD hat für die aktuelle Ausgabe 4/17 (EVT: 27.1.2017) den bösen 
Blick entschlüsselt. Dabei stützt sich die Analyse auf die Ergebnisse
der Untersuchung von Paolo Tumminelli, die der Redaktion exklusiv 
vorliegen. Tumminelli ist Design-Professor und Direktor des 
"Goodbrands Institute for Automotive Culture". Er konzentriert sich 
für seinen Bericht auf die Frontpartie, die den Charakter eines 
Automobils wesentlich prägt. Tumminelli hat sieben Merkmale 
herausgearbeitet, die - allein oder in Kombination - aggressives 
Autodesign ausmachen. "Die Autofronten sind so gestaltet, dass sie 
mit anderen Zeichen von Gefahr, Aggression oder Wut assoziiert 
werden", sagt AUTO BILD-Redakteur Matthias Moetsch. "Das können 
aufgerissene Mäuler bei Tieren genauso sein, wie eine wütende Mimik 
bei Menschen."

 Das erste Prinzip ist die Größe, denn Stattlichkeit wirkt 
einschüchternd. Vor allem die Größe der Stirnfläche ist entscheidend 
für die Wirkung auf den Betrachter. Bei den derzeit beliebten SUV ist
diese Eigenschaft besonders stark ausgeprägt. Der BMW i3 ist mit 
einem anderen Merkmal ausgestattet, das ihn gefährlich wirken lässt: 
Dach, Haube und Teile des Stoßfängers sind bewusst abgesetzt - es 
sieht aus, als trage das Auto eine schwarze Maske. Das schafft 
Distanz zum Fahrzeug, es wirkt bedrohlich. Ein weiteres Prinzip folgt
der Natur: Verhalten sich Tiere angriffslustig, zeigen sie ihr 
Gebiss. Bei modernen Autos werden Kühlermasken immer größer, die 
Fahrzeuge machen also den Eindruck, als würden sie das Maul 
aufreißen.

 Auch die Pfeil-Symbolik zweier spitz zulaufender Linien findet 
sich auf der Front beinahe aller aktuellen Automodelle - sie steht 
für Schnelligkeit und Gefährlichkeit. Der Range Rover Evoque macht 
deutlich, welches Design Autos außerdem bedrohlich wirken lässt: ein 
hoher Grundkörper und relativ kleine Fenster. Mit den schmalen 
Sehschlitzen erinnert die Karosserie an die eines Panzers. 
Zusammengekniffene Augen in Verbindung mit von unten nach oben 
verlaufenden Augenbrauen werden rund um den Globus als wütender 
Gesichtsausdruck verstanden. Autodesigner machen sich das Prinzip, 
wie beim Lexus RX, zunutze. Das letzte Merkmal, das Tumminelli 
definiert, ist der Ellenbogen: Ein schmaler Aufbau auf einem breiten 
Unterbau signalisiert Potenz und findet sich in der Formensprache 
vieler aktueller Pkw-Modelle wieder.

 Matthias Moetsch: "Dominanzgehabe gehört nicht auf die Straße - 
doch genau das vermittelt die Formensprache aktueller Automodelle. 
Gutes Design hingegen bringt das Wesen der Technik an die Oberfläche,
gutes Design ist Kommunikation. Wir brauchen dringend wieder mehr 
Eleganz, Transparenz und Leichtigkeit!"

 Den Artikel "AUTO BILD entschlüsselt den bösen Blick" lesen Sie in
der aktuellen Ausgabe 4/2017 von AUTO BILD, die am 27. Januar 2017 
erscheint. AUTO BILD im Internet: www.autobild.de

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