# Bain-Studie zum globalen Luxusgütermarkt / Billionengrenze ist durchbrochen / Weltweiter Luxusumsatz wächst 2015 um 14 Prozent auf über eine Billion Euro

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München / Zürich (ots) - Extrem schwankende Wechselkurse 
beeinflussen das Wachstum in den einzelnen Ländern

 - Europa profitiert wegen des schwachen Euros vom Tourismusboom

 - Chinesen bleiben die dominierenden Käufer, Amerikaner holen auf

 - Luxusmarken brauchen dringend eine neue, dynamische 
 Preisstrategie

 Der weltweite Luxusgütermarkt wird 2015 erstmals die Billion 
schaffen. Die Umsätze wachsen numerisch um 14 Prozent auf 1,044 
Billionen Euro. Wechselkursbereinigt entspricht dies einem Plus von 
fünf Prozent. Besonders deutlich steigt dieses Jahr die Nachfrage 
nach luxuriösen Autos (wechselkursbereinigt plus acht Prozent) und 
Luxushotelübernachtungen (plus sieben Prozent). Die Luxusgüter des 
persönlichen Gebrauchs - Uhren, Schmuck, Mode, Leder und Kosmetik - 
legen numerisch um 13 Prozent auf 253 Milliarden Euro zu. Tatsächlich
aber entwickelt sich dieser Bereich mit weniger als zwei Prozent im 
laufenden Jahr unterdurchschnittlich. Das ist das Ergebnis der 
gemeinsamen Studie "Luxury Goods Worldwide Markets Monitor 2015" der 
internationalen Managementberatung Bain & Company und des 
italienischen Luxusgüterverbands Fondazione Altagamma.

 Wechselkursturbulenzen sorgen für Unruhe

 Luxusgüter für den persönlichen Bedarf, zweitgrößtes Marktsegment,
ist dieses Jahr besonders stark von den heftig schwankenden 
Wechselkursen betroffen. So verlor der Euro 2015 gegenüber den 
wichtigsten Weltwährungen fast bis zu einem Fünftel seines Werts. 
Diesen Preisvorteil nutzen immer mehr Touristen zum ausgedehnten 
Luxus-Shopping in Europa. Die Einkäufe von Konsumenten aus den USA 
(plus 67 Prozent), China (plus 64 Prozent) und dem mittleren Osten 
(plus 38 Prozent) steigen deutlich, während der Umsatz mit Reisenden 
aus Russland (minus 37 Prozent) und Japan (minus 16 Prozent) 
einbricht. "Für die Luxusgüterhersteller ist es ergebnisentscheidend,
wie erfolgreich sie ihr Geschäftsmodell und ihr Länderportfolio durch
diese kaum vorhersagbaren Wechselkursturbulenzen navigieren", betont 
Serge Hoffmann, Partner bei Bain & Company und Experte für Handel und
Konsumgüter. "Gerade die Chinesen, die nur 20 Prozent ihrer 
Luxuseinkäufe zu Hause tätigen, werden ein immer wichtigerer Treiber 
für die weltweiten Märkte."

 Auch wenn der Markt für persönliche Luxusgüter 2015 insbesondere 
wegen des schwachen Euros um 13 Prozent auf 253 Milliarden Euro 
wächst - wechselkursbereinigt liegt das Plus nur bei ein bis zwei 
Prozent. Überdurchschnittlich gut verkaufen sich Juwelen als sicheres
Investment (wechselkursbereinigt plus sechs Prozent) und edle Schuhe 
(plus vier Prozent). Das Geschäft mit Luxusuhren (minus sechs 
Prozent) leidet weiter unter der unsicheren ökonomischen Lage und den
"Schlichtheitskampagnen" in China.

 Europa behauptet sich als bedeutendster Einkaufsmarkt

 Auf dem alten Kontinent werden 33 Prozent aller persönlichen 
Luxusgüter abgesetzt. Nord- und Südamerika kommen zusammen auf 34 
Prozent. In Japan sind es acht Prozent, in China sieben Prozent, im 
Rest Asiens 13 Prozent und in der übrigen Welt fünf Prozent. Allein 
fünf der zehn weltweit umsatzstärksten Luxuseinkaufsstädte liegen in 
Europa. Unangefochtene Nummer eins ist New York mit umgerechnet 27 
Milliarden Euro Luxusumsatz. An europäischen Metropolen tun sich 
Paris (13 Milliarden), London (zwölf Milliarden), Mailand (fünf 
Milliarden), München (vier Milliarden) und Moskau (drei Milliarden) 
hervor. Gerade für Luxus-Shopper aus den USA und noch mehr aus China 
sind die Millionenstädte in Europa dank des günstigen Wechselkurses 
derzeit besonders attraktiv.

 Wichtige Trends zeigen sich auch bei den Verkaufskanälen. Bei der 
Unterscheidung nach Handelskategorien fällt der rasant wachsende 
Onlinehandel auf. Im Vergleich zum Vorjahr legt der E-Commerce-Anteil
2015 wechselkursbereinigt um 22 Prozent zu und hat sich seit 2012 
sogar verdoppelt. Gleichzeitig ist der Einzelhandel immer noch von 
großer Bedeutung. Einmarkengeschäfte (29 Prozent Marktanteil), 
Sonderverkaufsflächen (zehn Prozent) und Flughafenshops (sechs 
Prozent) gewinnen stetig in der Gunst der Kunden. "Zwar nimmt der 
E-Commerce-Anteil im Luxusmarkt drastisch zu, doch bleibt das 
Einkaufserlebnis für die Kunden wichtig", so Hoffmann. "Entsprechend 
betreiben viele Luxusmarkenanbieter eigene Geschäfte."

 Die Airports profitieren vor allem in Europa und Asien vom 
zunehmenden Luxuseinkaufstourismus. Für die globalen Großflughäfen 
hat es sich ausgezahlt, dem Handel und speziell Luxusmarkenanbietern 
attraktive und hochwertige Verkaufsflächen zur Verfügung zu stellen 
und so den Reisenden ein besonderes Einkaufserlebnis zu bieten. 
Sonderverkaufsflächen inklusive der Outlets konnten ihren Umsatz in 
den vergangenen drei Jahren sogar mehr als verdoppeln. Hier machen 
sich das allgemein steigende Preisbewusstsein und der Einfluss der 
zahlenmäßig starken chinesischen Mittelschicht bemerkbar. "Gerade für
die kaufkräftigen chinesischen Kunden lohnt es sich zu investieren, 
zum Beispiel in Verkaufspersonal mit Mandarin-Sprachkenntnissen", ist
Retail- und Chinaexperte Hoffmann überzeugt. "Denn diese Käufergruppe
wächst rasant und steht inzwischen für fast ein Drittel aller 
Luxuskäufer weltweit."

 Die schwierige Steuerung dynamischer Preise

 Die Kunden - insbesondere aus den reifen westlichen 
Volkswirtschaften - erwarten angesichts ständig steigender Preise für
Luxusgüter ein echtes Einkaufserlebnis und erstklassige Produkte. 
Gleichzeitig erobern neue Marken für neue Kundensegmente wie junge 
Käufer das Feld und positionieren sich gerade in Asien sehr stark. 
Vor diesem Hintergrund ist es die größte strategische Herausforderung
für die Luxusgüterbranche, nicht nur das bestmögliche, sondern 
gleichzeitig auch ein dynamisches internationales Preismodell zu 
finden. Deshalb müssen sich die verantwortlichen Manager mit drei 
Kernfragen befassen: Wie bleiben Luxusmarken heute weiterhin 
begehrenswert für die umfassend informierten Globetrotterkunden, ohne
die lokale Stammklientel zu vernachlässigen? Wie erhöhen sie die 
Effizienz ihres Vertriebs in einer immer anspruchsvolleren 
Multikanalwelt? Und wie finden sie eine nachhaltige Balance zwischen 
Festpreisen und günstigen Offerten in all diesen Verkaufskanälen? 
Warnt Bain-Partner Hoffmann: "Langfristig wäre es gefährlich, würden 
die Luxusmarkenanbieter versuchen, dem Begehren der globalen 
Schnäppchenjäger allein durch kurzfristige, taktische 
Preisanpassungen nachzukommen."

 Über die Studie

 Seit dem Jahr 2000 untersucht Bain & Company in Zusammenarbeit mit
Fondazione Altagamma - dem führenden italienischen Verband der 
Luxusgüterhersteller - den Markt und die Ertragslage von 250 weltweit
führenden Luxusgüterherstellern und -marken. Der 
Unternehmensdatenbestand, der unter der Bezeichnung "Luxury Goods 
Worldwide Market Observatory" bekannt ist und jährlich als Studie 
veröffentlicht wird, hat sich zu einer führenden und weltweit 
beachteten Informationsquelle für die internationale 
Luxusgüterindustrie entwickelt.

 Bain & Company

 Bain & Company ist eine der weltweit führenden 
Managementberatungen. Wir unterstützen Unternehmen bei wichtigen 
Entscheidungen zu Strategie, Operations, Technologie, Organisation, 
Private Equity und M&A - und das industrie- wie länderübergreifend. 
Gemeinsam mit seinen Kunden arbeitet Bain darauf hin, klare 
Wettbewerbsvorteile zu erzielen und damit den Unternehmenswert 
nachhaltig zu steigern. Im Zentrum der ergebnisorientierten Beratung 
stehen das Kerngeschäft des Kunden und Strategien, aus einem starken 
Kern heraus neue Wachstumsfelder zu erschließen. Seit unserer 
Gründung im Jahr 1973 lassen wir uns an den Ergebnissen unserer 
Beratungsarbeit messen. Bain unterhält 53 Büros in 34 Ländern und 
beschäftigt weltweit 6.000 Mitarbeiter, 700 davon im 
deutschsprachigen Raum. Weiteres zu Bain unter: www.bain.de.

Pressekontakt:
Leila Kunstmann-Seik
Bain & Company Germany, Inc.
Karlspatz 1, 80335 München 
E-Mail: leila.kunstmann-seik@bain.com
Tel.: +49 (0)89 5123 1246
Mobil: +49 (0)151 5801 1246

Original: http://www.presseportal.de/pm/19104/3202826

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Quelle: https://madeingermany.shop/de/news/bain-studie-zum-globalen-luxusguetermarkt-billionengrenze-ist-durchbrochen
