# Bain-Studie zur aktuellen Lage der Kreditwirtschaft / Deutschlands Banken stecken weiter in der Renditefalle 

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München (ots) -

 Eigenkapitalrendite nach Steuern beläuft sich gerade einmal auf 2 
 Prozent

 - Nur jedes zwölfte Kreditinstitut verdient hierzulande seine 
 Eigenkapitalkosten
 - Rückläufige Erträge konterkarieren alle Sparanstrengungen, 
 Cost-Income-Ratio ist 2017 branchenweit um drei Prozentpunkte 
 auf 72 Prozent gestiegen
 - Im Rendite-Ranking liegen Automobil- und Direktbanken sowie 
 Vermögensverwalter vorn
 - Banken müssen ihr Potenzial ausschöpfen, sich verstärkt für 
 Partnerschaften öffnen und das Thema Fusionen angehen

 Die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank 
sowie der unverändert harte Wettbewerb hinterlassen immer tiefere 
Spuren in den Bilanzen der deutschen Banken. Ihre Hauptertragsquelle,
der Zinsüberschuss, ist rückläufig. Die Provisionserträge können 
diese Verluste nicht ausgleichen. Unterm Strich belief sich 2017 die 
durchschnittliche Eigenkapitalrendite nach Steuern auf gerade einmal 
2 Prozent, nur jede zwölfte Bank verdiente ihre Eigenkapitalkosten. 
In ihrer aktuellen Studie "Deutschlands Banken 2018: Schneller, 
stärker ... und rentabler?" zeigt die internationale 
Managementberatung Bain & Company, wie die verschiedenen 
Institutsgruppen mit den schwierigen Rahmenbedingungen zurechtkommen 
und wie es ihnen gelingt, ihre Schwächephase zu überwinden.

 Zahl der Filialen sinkt erneut, die der Beschäftigten auch

 "Deutschlands Banken stecken weiter in der Renditefalle", betont 
Walter Sinn, Bain-Deutschlandchef und Co-Autor der Studie. "Die 
rückläufigen Erträge sowie zunehmenden IT- und Regulierungskosten 
verhindern, dass sich ihre Sparanstrengungen in steigenden Renditen 
niederschlagen." Allein 2017 sank die Zahl der Filialen um 2.000 auf 
26.000 und die der Beschäftigten um 17.000 auf 573.000. Zugleich 
verabschiedeten sich 71 Banken aus dem Markt oder gingen in größeren 
Einheiten auf (Abb. 1). Dennoch erhöhte sich die Cost-Income-Ratio 
gemessen am Vorjahr um 3 Prozentpunkte auf 72 Prozent.

 Allerdings präsentieren sich die einzelnen Institutsgruppen in 
unterschiedlicher Verfassung. Hohe Renditen erwirtschaften vor allem 
die Automobil- und Direktbanken mit ihren fokussierten 
Geschäftsmodellen (Abb. 2). Bei den beiden zahlenmäßig größten 
Institutsgruppen, den Kreditgenossenschaften und den Sparkassen, 
erschwert eine Besonderheit in ihrer Bilanzierung den 
Renditevergleich. Sie stärken ihre Eigenkapitalbasis auch über 
Zuführungen zum Sonderposten für allgemeine Bankrisiken nach §340g 
HGB. Allein 2017 verbuchten sie hierfür einen Aufwand von mehr als 8 
Milliarden Euro. Wird dieser Aufwand außen vor gelassen, haben die 
genossenschaftlichen Banken im vergangenen Jahr eine 
Eigenkapitalrendite von 7 Prozent erzielt. Bei den Sparkassen sind es
6,5 Prozent.

 Eigenkapitalquote auf historischem Höchststand

 Andere Institutsgruppen setzen dagegen auf eine direkte Stärkung 
des Eigenkapitals. Mit durchschnittlich 6,5 Prozent erreichte die 
Eigenkapitalquote der deutschen Banken 2017 einen neuen Höchststand. 
"Viele Banken sind auf dem richtigen Weg, indem sie ihr Eigenkapital 
stärken und ihre Kostenbasis straffen", stellt Bain-Partner und 
Studien-Co-Autor Dr. Wilhelm Schmundt fest. "Doch die bisherigen 
Anstrengungen reichen nicht aus, die Renditen bleiben zu niedrig."

 Die Renditeschwäche trifft die Eigentümer. Das Ausmaß verdeutlicht
ein erstmals von Bain durchgeführter weltweiter Vergleich der 
Aktienrenditen verschiedener Branchen. Diese schrumpfte bei Europas 
Banken in den vergangenen zwölf Monaten auf durchschnittlich minus 9 
Prozent. Die genaue Analyse offenbart: Es mangelt an Vertrauen, die 
Multiples sind rückläufig.

 Partnerschaften als Schlüssel zum Erfolg

 Doch auch unabhängig vom Börsengeschehen müssen die Banken handeln
- und können das auch. Es gilt, die Geschäftsmodelle weiter zu 
optimieren, die Zusammenarbeit mit Partnern zu intensivieren und 
größere Einheiten zu schaffen. Um das Potenzial ihrer 
Geschäftsmodelle vollständig auszuschöpfen, stehen Deutschlands 
Kreditinstituten laut Bain sechs Hebel zur Verfügung. Konkret sind 
dies: klarer Kundenfokus, Exzellenz im Vertrieb, umfassende 
Automatisierung und Digitalisierung, Reduktion der organisatorischen 
Komplexität, Verringerung der Wertschöpfungstiefe und Transformation 
der IT.

 Angesichts der disruptiven Kräfte der Digitalisierung gilt es 
zugleich, sich vermehrt für Partner aus der eigenen Institutsgruppe, 
der Branche oder darüber hinaus zu öffnen. "Die Plattformökonomie 
nimmt inzwischen auch im Kreditgewerbe Gestalt an", erklärt 
Bain-Experte Schmundt. Mit schlagkräftigen Partnerschaften können 
Banken Größenvorteile besser ausspielen, neue Qualitätsstandards 
setzen, Innovationen beschleunigen oder Plattformen aufbauen.

 Bain-Deutschlandchef Sinn erwartet darüber hinaus weitere Fusionen
und Übernahmen: "Angesichts des hohen Wettbewerbs- und 
Profitabilitätsdrucks dürfte die Konsolidierung in der deutschen wie 
internationalen Bankenlandschaft weiter an Dynamik gewinnen." 
Zunächst aber wird der Alltag der Kreditinstitute davon bestimmt 
sein, das volle Potenzial im eigenen Haus auszuschöpfen sowie 
Partnerschaften auf- und auszubauen. "Wenn Banken das richtig 
anpacken", so Sinn, "werden sie in Zukunft schneller, stärker und vor
allem rentabler sein."

 Über die Studie

 Zum fünften Mal wertet Bain & Company die Bilanz- und 
GuV-Strukturen der deutschen Kreditinstitute aus, insgesamt gab es 
2017 noch gut 1.630 Banken. Die Experten nutzen dazu Zeitreihen der 
Deutschen Bundesbank, der Europäischen Zentralbank sowie der 
Datenbanken von Bankscope, Hoppenstedt, Capital IQ und SNL. Der 
Zuschnitt der Institutsgruppen orientiert sich an der Klassifizierung
der Deutschen Bundesbank.

 Bain & Company

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sowie M&A - und das industrie- wie länderübergreifend. Gemeinsam mit 
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Pressekontakt:
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Quelle: https://madeingermany.shop/de/news/bain-studie-zur-aktuellen-lage-der-kreditwirtschaft-deutschlands-banken-stecken
