# Gutachten: Häusliche Pflege führt Frauen in die Altersarmut 

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Berlin (ots) -

SoVD-Präsident Adolf Bauer: "Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf muss sich 
für Frauen und Männer gleichermaßen verbessern!"

Die mangelnde finanzielle Anerkennung häuslicher Arbeit erhöht das 
Altersarmut-Risiko von Frauen. "Frauen, die ihren beruflichen Werdegang 
zugunsten der Familie zurückstellen, werden gegenüber vollzeitarbeitenden und 
durchgängig beschäftigten Personen mit einem geringeren Einkommen und einer 
geringeren Rentenanwartschaft bestraft", heißt es in einem Gutachten, das der 
Sozialverband Deutschland (SoVD) heute vorgestellt hat.

"Wenn es zu einem Pflegefall in der Familie kommt, dann sind es in 70 Prozent 
der Fälle Frauen, die sich kümmern und unbezahlte Sorgearbeit leisten. Sie 
pflegen durchschnittlich 21 Stunden pro Woche unbezahlt", erklärte 
SoVD-Präsident Adolf Bauer. "Zudem zeigt das Gutachten auf, dass sich viele 
pflegende Frauen vollständig aus dem Berufsleben zurückziehen", sagte Bauer. 
Dies habe weitreichende Folgen für das Alterseinkommen. "Aufgrund der 
unterbrochenen Erwerbsarbeit zahlen sie entweder geringere Beiträge in das 
Sozialversicherungssystem ein oder sie sind ausschließlich über ihren Partner 
abgesichert", betonte der Verbandspräsident.

"Für uns gilt: Häusliche Pflege muss endlich besser anerkannt werden. Nötig ist 
insbesondere eine Aufwertung der unbezahlten Sorgearbeit", forderte Bauer. 
Konkret müsse dies durch einen finanziellen Ausgleich erfolgen. Zudem gelte es, 
die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf für Frauen und Männer gleichermaßen zu 
verbessern.

Das Gutachten kommt weiter zu dem Ergebnis, dass in Deutschland weitaus mehr 
Menschen pflegebedürftig sind, als die bisher angenommene Zahl von 3,4 
Millionen. "Wir müssen von einer Dunkelziffer von rund 5 Millionen ausgehen", 
sagte Katja Knauthe, Gutachten-Autorin von der Hochschule Zittau/Görlitz.

Das vollständige Gutachten des SoVD finden Sie unter www.sovd.de

Der SoVD vertritt die sozialpolitischen Interessen der gesetzlich 
Rentenversicherten, der gesetzlich Krankenversicherten und der pflegebedürftigen
und behinderten Menschen. Über 580.000 Mitglieder sind bundesweit im SoVD 
organisiert. Der Verband wurde 1917 als Reichsbund der Kriegsopfer gegründet.

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Quelle: https://madeingermany.shop/de/news/gutachten-haeusliche-pflege-fuehrt-frauen-in-die-altersarmut
