# KÜS: Die Sache mit der Datenhoheit im Fahrzeug / Die Datenflut im Fahrzeug wächst / KÜS fordert Zugang zu Daten für die Fahrzeugüberwachung 

- **Rubrik:** economy

Losheim am See (ots) -

 Die Zeiten, in denen man an seinem Fahrzeug noch selbst etwas 
reparieren und instand setzen konnte, sind eigentlich längst vorbei. 
Inzwischen hat die Elektronik das Regiment weitestgehend übernommen 
und damit steigt die Datenmenge permanent an, vor allem im Hinblick 
auf den zunehmenden Einsatz moderner Fahrerassistenzsysteme und die 
Entwicklung hin zum automatisierten und vernetzten Fahren. Das 
bedeutet für die KÜS als Kfz-Überwachungsorganisation, dass sie für 
die gesetzlich vorgeschriebenen Fahrzeugprüfungen Zugang zu den 
relevanten Daten haben muss, um ihre Aufgabe im Sinne der 
Verkehrssicherheit für alle zu erfüllen. Hierzu gibt es 
Voraussetzungen und Forderungen an die Hersteller.

 In den 1980er und 1990er Jahren wurden die ersten elektronischen 
Systeme in neuen Fahrzeugen verbaut. Nur der Hersteller konnte Daten 
dieser Systeme pflegen und auslesen, und nur die seiner Modelle. 
Durch die verschärften Abgasgrenzwerte wurden die Schnittstelle und 
die Datenformate normiert, sodass in der Folge über die gesetzlich 
vorgeschriebene OBD-Buchse (On Board Diagnostic) relevante Werte auch
bei der Abgasuntersuchung zur Hauptuntersuchung ausgelesen werden 
konnten. Allerdings sind meistens nur diese Daten in der für die 
Überwacher "lesbaren" Klarsprache vorhanden, andere Informationen 
sind häufig herstellerspezifisch formatiert. Für sie ist dann eine 
spezielle Übersetzung notwendig, an der unter anderem auch die KÜS 
arbeitet. Aus Gründen der Cyber-Security beginnen einige Hersteller, 
die nicht gesetzlich geregelten Informationen zu verschlüsseln, um 
den Zugriff auf die Schnittstelle und die Daten gegen den Zugriff 
Unberechtigter zu unterbinden. Als Argument für diese Verschlüsselung
dienen Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, bei denen es u. a. 
über einen Fehler im Infotainmentsystem möglich war, den Motor 
während der Fahrt zu stoppen. Es ist davon auszugehen, dass alle 
Fahrzeughersteller ihre Daten verschlüsseln werden. Für die KÜS und 
alle Fahrzeug-Überwachungsinstitutionen muss der Zugang zu den 
prüfungs­relevanten Daten jedoch ermöglicht werden. Dazu gibt es 
klare Forderungen.

 Die KÜS fordert einen freien, uneingeschränkten Zugang zu allen 
Daten, die für die gesetzlich geregelten Fahrzeugprüfungen und deren 
Weiterentwicklung unabdingbar sind. Dies betrifft im Sinne der 
Verkehrssicherheit die Überwachungsinstitutionen, das Kfz-Gewerbe und
nicht zuletzt die Verkehrsteilnehmer.

 Die übermittelten Daten müssen dann auch zwingend unverfälscht 
sein. Hierbei geht es auch um Unfalldaten. Diese weisen etwa den 
Sachverständigen auf eventuelle Vorschäden hin und vermitteln einen 
konkreteren Blick auf die technische Beschaffenheit des Fahrzeuges 
über das gesamte Autoleben. Die Datenhoheit muss beim Fahrzeughalter 
liegen. Daher ist ein Datenmonopol der Hersteller kontraproduktiv, es
enthält allen mit dem Fahrzeug Befassten wichtige Daten vor.

 Die Systeme müssen über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeuges 
geprüft werden können. Inzwischen ist eine Anpassung der Daten durch 
die Hersteller auch ohne Werkstattaufenthalt möglich. Mit dem 
sogenannten Over-the-Air-Verfahren können Funktionen und Daten 
geändert werden, ohne dass der Halter oder andere davon etwas 
erfahren. Daher ist auch eine unabhängige Dokumentation und 
Überprüfung der aktuellen Softwareversionen und von Updatevorgängen 
unbedingt notwendig. 

 Es sollte die Möglichkeit einer zusätzlichen anlassbedingten 
Untersuchung geben. So können egal zu welchem Zeitpunkt auftretende 
Fehler in den Fahrassistenzsystemen und denen für Umwelt und 
Sicherheit entdeckt werden. Daraus resultiert ein Gewinn an 
Sicherheit. Mit Over-the-Air ist das kein Problem. 

 "Wir sehen bei den sehr schnell voranschreitenden Technologien im 
Bereich des automatisierten Fahrens Handlungsbedarf. Die Überprüfung 
der Fahrzeuge durch die Prüforganisationen muss möglich sein", so 
Peter Schuler. 

 Ein Lösungsansatz für den Zugang zu Fahrzeugdaten ist aus unserer 
Sicht ein sogenanntes Trust-Center. So kann die Speicherung und 
Verwaltung über eine neutrale, von den Herstellern unabhängige 
Fahrzeugdatenplattform erfolgen. Diese soll von einer beliehenen, 
also hoheitlichen Stelle betrieben werden. 

 Gefordert wird eine Zertifizierung des gesamten 
Weitergabeprozesses von Fahrzeugdaten. Ausschließlich Befugte 
bekommen so Zugang zu den Daten der herstellerunabhängigen 
Fahrzeugdatenplattform. Eine Standardisierung wird mittelfristig 
angestrebt, ebenso die Verankerung in den internationalen 
Typgenehmigungsvorschriften von Fahrzeugen.

 Auch im Bereich der Prüfung von Nutzfahrzeugen (Lkw) und 
Zweirädern ist der Zugang und die Nutzung der Fahrzeugdaten 
erforderlich. Hier ist die KÜS ebenfalls bereits tätig.

Pressekontakt:
KÜS
Herr Hans-Georg Marmit
Tel.: 06872/9016-380
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Quelle: https://madeingermany.shop/de/news/kues-die-sache-mit-der-datenhoheit-im-fahrzeug-die-datenflut-im-fahrzeug
