# Patienten fordern Freigabe von Cannabis als Medizin / Bundesverband AUGE fordert die Freigabe von Cannabis für austherapierte Glaukom-Patienten / Offener Brief an Bundeskanzlerin Merkel 

- **Rubrik:** politics

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 Bundesverband AUGE e.V.
 http://ots.de/Axqy5
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 Berlin (ots) -

 Die Patientenorganisation "Bundesverband AUGE e.V." mit 
Vereinssitz in Berlin hatte zum bundesweiten "Aktionstag AUGE 2016" 
am 23. April 2016 nach Stuttgart eingeladen. Im 
Dienstleistungszentrum am Klinikum Stuttgart forderten die Teilnehmer
die unbürokratische Freigabe von Cannabis zur ärztlichen Behandlung 
von austherapierten Glaukom-Patienten.

 Ausgangspunkt der Forderung nach Freigabe von Cannabis als Medizin
war ein erschütternder Patientenbericht, den der Verband Ende 
vergangenen Jahres erhielt. Der Journalist Arnd Münster zitierte auf 
der Veranstaltung aus diesem Brief und zeichnete wichtige Stationen 
im Leben des Glaukom-Patienten nach: 7-fach operiertes Auge, seit 
über 20 Jahren Kopf- und Augenschmerzen, täglich mehrmalige Einnahme 
von Tabletten, Augentropfen und Anti-Allergiemitteln - mit heftigen 
Begleitsymptomen, Neben- und Wechselwirkungen. Hinzu kommen 
drastische Augeninnendruckschwankungen (0 bis 50 mmHg), starke 
psychische Belastungen durch hohes Erblindungsrisiko sowie die 
niederschmetternde Aussage von Ärzten, dass weder durch weitere 
Operationen noch weitere Tropfenmedikationen eine Verbesserung zu 
erwarten ist - übersetzt: "austherapiert".

 Das ist denn auch der Grund, weshalb dieser chronische 
Schmerzpatient die medizinische Anwendung von Cannabis zur 
Glaukomtherapie als letzten Ausweg, als "ultima ratio" betrachtet. In
einem dramatischen Appell äußert er seine "feste Überzeugung, dass 
jeder Mensch - ob Augenprofessor, Staatsanwalt oder 
Krankenkassenmitarbeiter" - in seiner Situation "gleichfalls alles 
probieren würde, um den abnorm hohen Augeninnendruck in ruhigere 
Bahnen zu lenken und damit - zumindest teilweise - wieder ein 
menschenwürdiges Leben führen zu können!"

 Offener Brief an die Kanzlerin

 Dieses Patientenschicksal veranlasste den Bundesverband AUGE e.V.,
im Oktober 2015 einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel 
zu schreiben, in dem die unbürokratische Freigabe von Cannabis zur 
ärztlichen Therapie von schwer sehbehinderten Patienten mit Glaukom 
(Grüner Star) gefordert wurde. Bis heute blieb die Antwort aus, 
weshalb der Bundesverband AUGE auf dem "Aktionstag AUGE 2016" eine 
Stellungnahme erneut eingefordert hat.

 "Wir wissen um die Suchtgefahr von Cannabis speziell für 
Jugendliche und fordern daher nicht die generelle Freigabe für 
Cannabis", schränkte der Vorsitzende vom Bundesverband AUGE, Dieter 
Staubitzer, seine Forderung an die Bundesregierung ein.

 Renommierte Ärzte aus ganz Deutschland referierten anschließend 
auf dem "Aktionstag AUGE 2016" über Innovationen in den Bereichen 
Augen-Diagnostik und Operationsmetho-den sowie Therapieverfahren. Die
teils kontrovers diskutierten Themen lauteten: Mikro-stents oder 
Kanaloplastik beim Glaukom? Was ist eine HRT- oder OCT-Diagnostik? 
Cannabis als Medizin: Für austherapierte Glaukom-Patienten der letzte
Rettungsanker? Was kann beim trockenen Auge noch helfen? 
EBS-Neurostimmulation: Gibt es beim Gesichtsfeldausfall eine 
Therapie?

 Die Krankenkasse DAK-Gesundheit fördert den Bundesverband AUGE mit
Projektmitteln der Selbsthilfeförderung und der Repräsentant der DAK,
Thomas Weber, überreichte einen Scheck beim "Aktionstag AUGE 2016" an
die Leiterin der Selbsthilfegruppe-Ludwigsburg, Anneliese Magino und 
den Bundesvorsitzenden Dieter Staubitzer.

 Der Bundesverband AUGE e.V. kümmert sich um Menschen, die 
vorwiegend unter chroni-schen Augenerkrankungen leiden, wie 
beispielsweise Glaukom (Grüner Star), Makuladege-neration (AMD), 
Trockenes Auge sowie Netzhaut- und Hornhauterkrankungen. Einige 
Er-krankungsformen können die Sehkraft erheblich einschränken und bei
fehlender Behand-lung zur Erblindung führen. Der Selbsthilfeverein 
gibt Betroffenen und Angehörigen Tipps und Hilfe¬stellung zum 
richtigen Umgang mit der Augenerkrankung als auch bei der Inklusion 
im Alltagsleben. Der Verband unterstützt bei der Gründung und 
Fortführung lokaler und regionaler Selbsthilfe¬gruppen in ganz 
Deutschland, informiert die Bevölkerung über augenspezifische 
Krankheitsbilder und ruft zur Früherkennung auf. In den Medien und in
Mitglieder-Infos berichtet der Verein über aktuelle 
Therapieentwicklungen aus Wissenschaft und Forschung und alternative 
Behandlungsmethoden. Der gemeinnützige, 1999 gegründete Verein ist 
eine Selbsthilfeorganisation mit bundesweit rund 1000 Mitgliedern 
sowie Selbsthilfegruppen in fast allen Bundesländern. Der 
Bundesverband ist Mitglied im Wohlfahrtsverband DER 
PARITÄTISCHE-Bayern und in verschiedenen Dachverbänden der 
Selbsthilfe. Die Organisation finanziert sich ausschließlich aus 
Mitgliedsbeiträgen und öffentlichen Projektmitteln der Krankenkassen 
sowie über Spenden. Der Verein betreibt eine barrierefreie Homepage 
und ein kostenloses Beratungstelefon. Die Geschäftsstelle befindet 
sich in Aurach bei Ansbach in Mittelfranken, der Vereinssitz ist in 
Berlin.

 Weitere Informationen: www.bundesverband-auge.de

Pressekontakt:
Inhalt:
Dieter Staubitzer
(Bundesvorsitzender)
Mobil: 0157-34042680
staubitzer@bundesverband-auge.de

Redakteur:
Redaktionsbüro Arnd Münster
Tel. 09174 9239
am-red@t-online.de

Original: http://www.presseportal.de/pm/106783/3311405

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Quelle: https://madeingermany.shop/de/news/patienten-fordern-freigabe-von-cannabis-als-medizin-bundesverband-auge-fordert
