# Postbank Wohnatlas 2019 / Wo Wohneigentum für Durchschnittsverdiener noch bezahlbar ist / Experten analysieren bundesweit Kauf- und Mietpreise auf Kreisebene 

- **Rubrik:** finance

Bonn (ots) -

 - In 96 Prozent der Kreise und Städte kostet die Finanzierung
 weniger als 30 Prozent vom Durchschnittseinkommen

 - In mehr als jedem vierten Kreis ist die monatliche Belastung bei
 einem Kauf geringer als die Mietzahlung

 Wie viel vom Einkommen muss im Schnitt für Wohnen - ob zur Miete 
oder im Eigenheim - auf den Tisch gelegt werden? Eine gängige 
Faustregel besagt, dass Wohnen nicht mehr als 30 Prozent des 
verfügbaren Haushaltseinkommens kosten sollte. Nimmt man diese Grenze
als Maßstab, wären 70 Quadratmeter Wohneigentum in 386 von 401 
Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland für den 
durchschnittlichen Haushalt finanzierbar. Bei den Mieten liegt die 
Einkommensbelastung in allen Kreisen und kreisfreien Städten 
unterhalb der 30-Prozent-Schwelle. Jedoch muss in 112 Regionen für 
die Miete mehr gezahlt werden, als dies für eine Finanzierung derzeit
der Fall wäre. Dies haben die Experten des Hamburgischen 
WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) für den Postbank Wohnatlas 2019 
berechnet. Sie zeigen in einer Modellrechnung, welcher Anteil am 
durchschnittlichen, regionalen verfügbaren Haushaltseinkommen im 
Schnitt für die Finanzierung einer 70-Quadratmeter-Wohnung 
aufgebracht werden müsste - und wie hoch der entsprechende Anteil für
eine durchschnittliche Nettokaltmiete ausfallen würde. Für die 
Finanzierung einer Immobilie wurde mit einem Zinssatz von 2,45 
Prozent, einer Anfangstilgung von 4 Prozent und 20 Prozent 
Eigenkapital kalkuliert, Nebenkosten für Grunderwerbsteuer, Notar 
oder Umbauten wurden nicht einbezogen.

 Im Durchschnitt aller Landkreise und kreisfreien Städte zahlen die
Bürger 13 Prozent ihres verfügbaren Haushaltseinkommens für Miete und
15,7 Prozent für die Finanzierung eines Eigenheims.

 Klare Unterschiede in einigen Regionen

 In der Modellrechnung schlägt das Pendel in einigen ostdeutschen 
Regionen besonders stark zugunsten des Wohnungskaufs aus. So müssen 
Käufer im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt im Schnitt 
sechs Prozent ihres Haushaltseinkommens für den Erwerb einer Wohnung 
aufwenden - für die Mietzahlung müssten demgegenüber zwölf Prozent 
des Einkommens aufgebracht werden. Auch im Salzlandkreis, im 
Vogtlandkreis, in Wittenberg und im Burgenlandkreis kommen Käufer 
weit günstiger weg. "Wer allerdings in strukturschwachen Regionen 
kaufen will, sollte das Objekt besonders sorgfältig prüfen und im 
Hinterkopf behalten, dass Wertverluste eintreten können", sagt Eva 
Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Postbank. Käufer sollten sich 
auch vom Gebäudezustand überzeugen und sicherstellen, dass keine 
kostspieligen Sanierungen anstehen. "Der Kauf kann nicht nur 
günstiger sein als Mieten, sondern Eigentümer profitieren noch von 
weiteren Vorteilen: Sie sind unabhängig von Mieterhöhungen und wohnen
- wenn die Immobilie abbezahlt ist - im Alter mietfrei."

 In Stuttgart, Köln und Düsseldorf ist Wohneigentum noch 
erschwinglich

 In den Metropolen ist die Relation zwischen Miet- und Kaufpreisen 
erwartungsgemäß oft weniger günstig für Immobilienkäufer. Während die
Mietbelastungen in allen Großstädten im Schnitt noch unter der 
30-Prozent-Marke liegen, muss für den Kauf in vier der sieben größten
Städte, den "Big Seven", mehr aufgewendet werden. In Deutschlands 
teuerster Stadt München waren es im vergangenen Jahr im Schnitt 46,8 
Prozent, in Berlin 38,5 Prozent, in Hamburg 34,8 Prozent und in 
Frankfurt am Main 36,3 Prozent des örtlichen verfügbaren 
Haushaltseinkommens. Unter der 30-Prozent-Grenze landen Stuttgart, 
Köln und Düsseldorf. In diesen Städten könnten sich damit auch viele 
Durchschnittsverdiener den Traum von den eigenen vier Wänden 
innerhalb der Stadtgrenzen erfüllen.

 Anteil am Einkommen für Miete und Eigenheimfinanzierung in den 
"Big Seven" der deutschen Städte

 Basis: Anteil am durchschnittlichen örtlich verfügbaren 
Haushaltseinkommen 2018

Rang / Stadt / Anteil Finanzierung Kauf* in % / Anteil Miete** in % /
Einkommen*** 
1 München 46,8 25,2 57.915
2 Berlin 38,5 22,9 39.100
3 Hamburg 34,8 20,3 47.660
4 Frankfurt a. M. 36,3 22,4 50.381
5 Stuttgart 29,7 20,9 51.325
6 Köln 27,3 19,7 47.585 
7 Düsseldorf 27,1 17,6 50.304 

*Kauf einer 70-Quadratmeter-Wohnung, Finanzierung: Tilgungsdauer 20 
Jahre, Zins 2,45% p.a., Anfangstilgung 4%, Eigenkapital 20% des 
Kaufpreises, Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Umbauten) nicht 
eingezogen
**Anteil durchschnittliche Nettokaltmiete für eine 
70-Quadratmeter-Wohnung
***Verfügbares Einkommen des Kreises geteilt durch die Anzahl der 
Haushalte im Kreis 
Quellen: empirica-systems Marktdatenbank (2019); MB Research (2018); 
Berechnungen des HWWI

 In mehreren Großstädten ist der Kauf derzeit - gemessen an der 
Einkommensbelastung - im Schnitt sogar günstiger als die Miete. Der 
Postbank Wohnatlas zeigt, wo sich die Schere zwischen Kauf und Miete 
öffnet. Dabei sind die Differenzen zwischen Miet- und Kaufbelastungen
in Gelsenkirchen, Salzgitter und Herne mit mehr als zwei 
Prozentpunkten besonders hoch.

 In diesen Städten ab 100.000 Einwohnern ist Kaufen vergleichsweise
günstig

 Basis: Anteil am durchschnittlichen örtlich verfügbaren 
Haushaltseinkommen 2018***

Rang / Kreisfreie Stadt / Anteil Finanzierung Kauf* in % / Anteil 
Miete** in % 
1 Gelsenkirchen 10,3 13,1 
2 Salzgitter, Stadt 9,3 11,9
3 Herne, Stadt 11,1 12,9 
4 Duisburg, Stadt 11,1 12,7 
5 Magdeburg, Stadt 13,1 14,4
6 Wuppertal, Stadt 11,5 12,5
7 Mönchengladbach 12,0 13,0 
8 Bremerhaven, Stadt 12,7 13,6
9 Hamm, Stadt 11,5 12,3 
10 Oberhausen, Stadt 12,4 13,0 
11 Remscheid, Stadt 10,8 11,3
12 Hagen, Stadt 11,1 11,4
13 Dortmund, Stadt 14,5 14,7
14 Krefeld, Stadt 12,9 13,1
15 Chemnitz, Stadt 11,6 11,7
16 Bochum, Stadt 13,7 13,8

Sortiert nach höchster Differenz zugunsten des Kaufs gemessen am 
Anteil am durchschnittlichen örtlich verfügbaren Haushaltseinkommen 
2018 für Kauf oder Miete. 
*Kauf einer 70-Quadratmeter-Wohnung, Finanzierung: Tilgungsdauer 20 
Jahre, Zins 2,45% p.a., Anfangstilgung 4%, Eigenkapital 20% des 
Kaufpreises, Nebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, Umbauten) nicht 
eingezogen 
**Anteil durchschnittliche Nettokaltmiete für eine 
70-Quadratmeter-Wohnung 
***Verfügbares Einkommen des Kreises geteilt durch die Anzahl der 
Haushalte im Kreis 
Quellen: empirica-systems Marktdatenbank (2019); MB Research (2018); 
Berechnungen des HWWI

 Vermögensaufbau und Altersvorsorge

 Eine Kaufentscheidung sollte aber nicht allein vom Verhältnis 
zwischen Miet- und Kaufpreisen abhängig gemacht werden. Das gilt 
besonders für eher strukturschwache Regionen und für die Metropolen. 
"Die persönliche finanzielle Situation und Lebensplanung bleiben die 
wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung für oder gegen die eigenen 
vier Wände. Auch Zustand, Lage und Wertsteigerungspotenziale des 
Objekts sollten berücksichtig werden", sagt Eva Grunwald.

 So kann der Kauf von Wohneigentum im Hinblick auf den 
Vermögensaufbau und die Alterssicherung auch in Gegenden sinnvoll 
sein, in denen für die Finanzierung ein höherer Anteil am 
Haushaltseinkommen als für die Mietzahlung aufgebracht werden muss. 
Dies gilt vor allem für Regionen mit Wertsteigerungspotenzial. 
"Unsere Studie gibt wichtige Hinweise, die Kaufinteressierten bei der
Abwägung und Entscheidungsfindung helfen können", so Grunwald.

 +++ Infografiken zur freien redaktionellen Verwendung finden Sie 
auf https://bit.ly/2Xw1kAw 

 Hintergrundinformationen zum Postbank Wohnatlas 2019

 Der Postbank Wohnatlas ist eine jährliche mehrteilige 
Studienreihe, die den deutschen Immobilienmarkt unter verschiedenen 
Aspekten regional bis auf Kreisebene beleuchtet. Für die vorliegende 
Analyse wurde unter der Leitung von Diplom-Volkswirtin Dörte 
Nitt-Drießelmann, Senior Researcherin beim Hamburger 
WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), die Immobilienpreisentwicklung in den
401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten untersucht.

Pressekontakt:
Postbank
Ralf Palm
+49 228 920 12109
ralf.palm@postbank.de

Original-Content von: Postbank, übermittelt durch news aktuell

Original: https://www.presseportal.de/pm/6586/4306036

---
Quelle: https://madeingermany.shop/de/news/postbank-wohnatlas-2019-wo-wohneigentum-fuer-durchschnittsverdiener-noch
