# Rückgang der Privatinsolvenzen in Deutschland - immer mehr Ältere rutschen in die Pleite 

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Hamburg (ots) -

 Die Zahl der Privatinsolvenzen ist 2016 erneut zurückgegangen. Im 
vergangenen Jahr verringerten sich die privaten Pleiten um 6,4 
Prozent auf 100.984 Fälle (2015: 107.919 Privatinsolvenzen). So 
lauten die Ergebnisse der Bürgel Studie "Schuldenbarometer 2016".

 "Die Privatinsolvenzen sind durch den sechsten Rückgang in Folge 
auf den niedrigsten Stand seit 2005 gesunken", kommentiert Bürgel 
Geschäftsführer Klaus-Jürgen Baum die Zahlen. Im bisherigen 
Rekord-Insolvenzjahr 2010 mussten in Deutschland noch 139.110 
Privatpersonen eine Insolvenz anmelden.

 Hauptursache für den weiteren Rückgang bei den Privatinsolvenzen 
ist die weiterhin niedrige Arbeitslosenquote in Deutschland. "Auch 
wenn die Gründe für eine Verschuldung unterschiedlich und individuell
sind, ist Arbeitslosigkeit der häufigste Grund für eine 
Verbraucherinsolvenz. Die Formel ist daher einfach. Wenn die 
Beschäftigtenzahlen steigen, sinken die Zahlen der 
Privatinsolvenzen", so Baum. Positiv wirkte sich 2016 für die 
Verbraucher auch ein Anstieg der Reallöhne aus. Ein weiterer Grund 
für das Absinken der Privatpleiten ist methodischer Natur. So sehen 
viele überschuldete Bürger, die ein Pfändungsschutzkonto nutzen, 
keine Notwendigkeit, eine Privatinsolvenz anzumelden. Dies ist der 
Fall, wenn das monatliche Einkommen der Betroffenen so gering ist, 
dass es unter dem pfändbaren Betrag liegt.

 Für das laufende Jahr rechnet die Wirtschaftsauskunftei Bürgel mit
bis zu 98.000 Privatinsolvenzen in Deutschland und mit dem siebten 
Rückgang in Folge.

 Die Entwicklung bei den Privatinsolvenzen in der Altersgruppe "61 
Jahre und älter" ging auch im Jahr 2016 in eine Gegenrichtung. So 
stiegen die Privatpleiten bei den älteren Bundesbürgern um 0,9 
Prozent auf 10.844 Fälle (Anteil am Insolvenzgeschehen: 10,7 
Prozent). Dies war in der betrachteten Altersgruppe bereits der 
fünfte Anstieg in Folge. Das Problem der Privatinsolvenzen im Alter 
wird noch deutlicher, wenn die Entwicklung der Privatinsolvenzen in 
den letzten fünf Jahren analysiert wird. Während die Privatpleiten in
Deutschland von 2011 (136.033 Fälle) bis 2016 insgesamt um 25,8 
Prozent zurückgegangen sind, gab es im gleichen Zeitraum in der 
Altersgruppe "61 Jahre und älter" einen Anstieg um 23,9 Prozent 
(2011: 8.755 Fälle). Ursachen für eine Privatinsolvenz im Alter 
resultieren aus dem problematischen Arbeitsmarkt in der Vergangenheit
und dem Wandel der Erwerbsformen. Dazu zählt beispielsweise die 
Zunahme von Niedriglohnbeschäftigung und in der Folge eine 
entsprechend geringe Altersrente. Dass die Renten nicht ausreichen, 
beruht in vielen Fällen auch auf einer Erwerbsbilanz mit 
Unterbrechungen. Das Risiko einer Privatinsolvenz im Alter wird zudem
durch hohe Kosten im Krankheitsfall erhöht. Zu den Betroffenen von 
Privatinsolvenzen in der Altersgruppe "61 Jahre und älter" zählen 
auch ehemals Selbstständige, da bei ihnen die Altersvorsorge aufgrund
der fehlenden Pflicht häufig auf der Strecke bleibt. In allen anderen
betrachteten Altersgruppen gingen die Privatinsolvenzen zurück.

 Wie schon in der Vergangenheit war das Bundesland Bremen auch im 
Jahr 2016 eine Insolvenzhochburg. In dem Stadtstaat gab es auf 
100.000 Einwohner 212 Privatinsolvenzen und damit mit Abstand am 
meisten Fälle. Am zweithäufigsten wurden im Jahr 2016 im Saarland 
Privatinsolvenzen gemeldet (175 Privatinsolvenzen je 100.000 
Einwohner). Danach folgen mit Niedersachsen (171 Fälle je 100.000 
Einwohner), Hamburg (166) und Schleswig-Holstein (157) Bundesländer 
aus dem Norden Deutschlands. Am wenigsten Privatinsolvenzen meldete 
im Jahr 2016 Bayern (86 Fälle je 100.000 Einwohner). Ebenfalls 
niedrige Werte lieferten Baden-Württemberg (90) und Thüringen (102).

 Bürgel hat auch die Situation der Privatinsolvenzen in den 20 
Großstädten analysiert. In diesem Ranking führt Hannover die 
Statistik mit 207 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner an. Bezogen 
auf die Großstädte gab es die wenigsten Privatpleiten in Stuttgart 
(88 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner).

 Den stärksten Rückgang bei Privatpleiten im Jahr 2016 meldete 
Brandenburg (minus 13,2 Prozent). Zweistellig sanken die Fallzahlen 
ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern (minus 11,9 Prozent) und in 
Berlin (minus 10,5 Prozent). Lediglich in Bremen (plus 1,6 Prozent) 
und in Thüringen (plus 0,5 Prozent) zeigte sich der Trend 
rückläufiger Privatinsolvenzen nicht.

 Die Gründe für Privatinsolvenzen sind in den meisten Fällen sehr 
unterschiedlich und individuell. Dennoch gibt es sechs Hauptursachen,
die die Betroffenen in eine finanziell prekäre Lage führen und damit 
eine Privatinsolvenz auslösen können. Zu den Gründen gehören 
Arbeitslosigkeit und reduzierte Arbeit, Einkommensarmut, gescheiterte
Selbstständigkeit, unwirtschaftliche Haushaltsführung, Veränderungen 
in der familiären Situation wie Scheidung beziehungsweise Trennung 
und Krankheit. Der überwiegende Teil der Privatpersonen in einer 
Insolvenz hat vor allem Schulden bei Kreditinstituten, 
Versandhändlern, Versicherungen, Behörden, Vermietern, 
Energieversorgern und Telefongesellschaften. Die 
Durchschnittsschuldenhöhe der Betroffenen liegt bei rund 33.000 Euro.

 Die kompletten Ergebnisse der Studie "Schuldenbarometer 2016" 
finden Sie auf unserer Homepage unter http://ots.de/7bv18

 Bürgel ist in Deutschland eines der führenden Unternehmen für 
Wirtschafts- und Bonitätsinformationen sowie Inkassodienstleistungen.
Bürgel ist ein Unternehmen der weltweit tätigen CRIF-Gruppe.

Pressekontakt:
Oliver Ollrogge, Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG
Mail: Oliver.Ollrogge@buergel.de , Tel.: 040 / 89 803 582

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Quelle: https://madeingermany.shop/de/news/rueckgang-der-privatinsolvenzen-in-deutschland-immer-mehr-aeltere-rutschen-in
